Ergotherapie für Emelie

Emelie benötigt aufgrund ihrer körperlichen Behinderung Hilfe für scheinbar Alltägliches. In der Ergotherapie erhält sie die dringend nötige Förderung. Aufgrund von Paragraphenreiterei wurde die Therapie gestrichen. Das darf nicht sein.

Emelie’s Geschichte

Emelie ist sechs Wochen vor Geburtstermin aufgrund von diversen Auffälligkeiten per Kaiserschnitt geholt worden. Seit Geburt wurden Emelie denn auch diverse Geburtsgebrechen zugeschrieben. So sieht die aktuelle Diagnoseliste aus:

1. Verdacht auf syndromalen Entwicklungsrückstand
a. bei Verdacht auf Silver- Russel-Syndrom
b. mit primordialem Kleinwuchs (SGA) mit Mikrocephalie, St. Dystrophie
c. mit Auffälligkeiten der Grob- und Feinmotorik

2. Partieller Wachstumshormonmangel

3. frühnormale Pubertätsentwicklung

Um Emelies Entwicklung zu fördern, wurden seit Geburt die Physio- und Ergotherapien durch die Invalidenversicherung (IV) übernommen. Dank der guten Fortschritte, die Emelie mit den Therapien erreichte, hat die IV die Leistung eingestellt und an die Krankenkasse weitergereicht. Da die verordnete Ergotherapie aber eine sogenannte Förderungsmassnahme ist, sind die Kosten durch das Krankenversicherungsgesetz nicht gedeckt. Die Krankenkasse ist nicht zur Zahlung verpflichtet. Welche Ironie! Das mühsam Erarbeitete steht Emelie nun im Weg.

Die Behandlung sei aus rein medizinischer Sicht nicht zwingend, denn sie könne Emelies Behinderungen nicht direkt heilen, so das Gesetz. Dass die Ergotherapie ihr aber jetzt und in Zukunft ein deutlich höheres Mass an Lebensqualität ermöglicht, wird von den Paragraphen ausser Acht gelassen. Trotz mehrfacher Einsprachen sind wir nicht weiter gekommen. Das Gesetz steht hier über dem gesunden Menschenverstand.

Aus Sicht der künftigen Entwicklung von Emelie ist die Entscheidung der Krankenkasse unsinnig. Dank gezielter Förderung im Kindesalter kann Emelie erwiesenermassen eine grössere Selbständigkeit erlangen. Die Krankenkasse würde so mittel- und langfristig Betreuungs- und Behandlungskosten sparen. Die kurzfristige, rein sachlich-rechtlich basierte Argumentation vergisst zudem die menschliche Seite. Emelie realisiert zunehmend ihre Handicaps und strengt sich an, diese zu überwinden. Sie geht sehr gerne in die Ergotherapie, weil sie merkt, wie viele Fortschritte sie dort macht.

Emelie verdient es, so gut wie möglich gefördert zu werden. Paragraphen sollten ihrer Lebensqualität nicht im Weg stehen. Wir möchten jetzt so viel wie möglich in ihr Leben investieren und sie nach Kräften fördern.